Der Black Friday ist am 27. November 2026, der Cyber Monday am 30. November. Wer seine Aktionspreise erst in der Nacht davor von Hand ändert, riskiert falsche Preise im Shop und auf den Marktplätzen. Mit den Sonderpreisen in JTL ERP (früher JTL-Wawi) legst du die Preise schon jetzt an, mit festem Start und Ende. Hier zeigen wir Schritt für Schritt, wie das geht und worauf du rechtlich achten musst.
Das Wichtigste in Kürze
| Thema | Was gilt |
|---|---|
| Termine 2026 | Black Friday 27. November, Cyber Monday 30. November |
| Wo in JTL ERP | Artikelstammdaten, Registerkarte Sonderpreise |
| Zeitsteuerung | Start mit Sonderpreise aktivieren ab, Ende mit Bis einschließlich |
| Bestandsgrenze | Optional mit Bis Menge im Lager kleiner als |
| Je Kanal | Eigener Preis je Plattform und Kundengruppe |
| Vorrang | Kundenindividuelle Preise schlagen laut JTL immer den Sonderpreis |
| Danach | Shop-Abgleich, damit die Preise im JTL Shop ankommen |
| Recht | Bei Rabattwerbung den niedrigsten Preis der letzten 30 Tage angeben (§ 11 PAngV) |
So legst du einen Sonderpreis an
Laut dem JTL-Guide geht das direkt am Artikel:
- In der Artikelverwaltung den Artikel per Doppelklick öffnen.
- Zur Registerkarte Sonderpreise wechseln.
- Die Checkbox Sonderpreise aktivieren ab setzen und als Starttag den 27.11.2026 wählen.
- Das Ende festlegen: Bis einschließlich 30.11.2026, wenn die Aktion bis Cyber Monday läuft.
- In den Registerkarten die Plattformen wählen, also zum Beispiel deinen JTL Shop. Dort die Kundengruppen markieren und den Preis netto oder brutto eintragen.
- Mit Speichern schließen.
- Einen Shop-Abgleich starten, damit der Sonderpreis an den Shop übertragen wird.
JTL ERP aktiviert und beendet den Sonderpreis dann selbst. Du musst in der Aktionswoche nichts mehr umstellen.
Zeit oder Bestand: Welche Grenze passt?
| Option | Was passiert | Gut für |
|---|---|---|
| Bis einschließlich | Sonderpreis endet am gewählten Tag | Feste Aktionszeiträume wie Black Week |
| Bis Menge im Lager kleiner als | Sonderpreis endet, sobald der Bestand unter den Wert fällt | Abverkauf von Restposten |
| Keine Grenze | Sonderpreis gilt dauerhaft ab Starttag | Dauerhafte Preissenkungen |
Bei der Bestandsgrenze gibt es zwei Besonderheiten laut JTL: Steigt der Bestand nach einem Wareneingang wieder über den Wert, wird der Sonderpreis erneut aktiv. Und kauft ein Kunde mehrere Stück und unterschreitet damit die Grenze, bekommt er trotzdem alle zum Sonderpreis.
Warum greift mein Sonderpreis bei manchen Kunden nicht?
Seit JTL-Wawi 1.8.8 haben kundenindividuelle Preise immer Vorrang, auch wenn sie höher sind als der Sonderpreis. Gerade B2B-Händler mit vielen Kundenpreisen wundern sich am Black Friday, dass Stammkunden mehr zahlen als Neukunden. Prüfe deshalb vorher:
| Frage | Wo prüfen |
|---|---|
| Hat der Kunde einen eigenen Preis für den Artikel? | Kundenindividuelle Preise am Artikel oder am Kunden |
| Gilt der Sonderpreis für seine Kundengruppe? | Registerkarte Sonderpreise, markierte Kundengruppen |
| Gilt der Sonderpreis auf dieser Plattform? | Registerkarte der Plattform in den Sonderpreisen |
Willst du allen Kunden den Aktionspreis geben, musst du die kundenindividuellen Preise für den Zeitraum anpassen.
Alle Aktionspreise auf einen Blick prüfen
Unter Artikel > Sonderpreise öffnet sich laut JTL die Übersicht „Sonderpreise und Sonderpreisaktionen definieren“. Sie zeigt alle angelegten Sonderpreise, inaktive sind gelb hinterlegt. Für die Kontrolle vor dem Black Friday helfen diese Filter:
| Filter | Einstellung für den Check |
|---|---|
| Startdatum | = 27.11.2026 |
| Alle Sonderpreise | Aktive oder deaktivierte Sonderpreise |
| Alle Shops | Deinen JTL Shop wählen |
| Alle Kundengruppen | Zum Beispiel nur Endkunden |
Über Bearbeiten änderst du einzelne Einträge, über Preise berechnen lässt du die Sonderpreise neu berechnen. Spiel die Aktion am besten einmal mit einem Testartikel durch, dessen Sonderpreis heute startet.
Was du rechtlich beachten musst
Wer im Shop mit einer Preisermäßigung wirbt, muss nach § 11 Preisangabenverordnung den niedrigsten Gesamtpreis der letzten 30 Tage vor der Ermäßigung angeben. Laut Händlerbund gilt:
| Regel | Was das für dich heißt |
|---|---|
| 30-Tage-Tiefstpreis | Der Streichpreis ist der niedrigste Preis der letzten 30 Tage, nicht der höchste |
| Prozentrabatt | „-30 %“ muss sich laut EuGH auf den 30-Tage-Tiefstpreis beziehen |
| UVP als Vergleich | Nur mit klarem Hinweis, dass es die unverbindliche Preisempfehlung ist |
| Gut lesbar | Der Vergleichspreis darf nicht in Fußnoten versteckt sein |
Praktisch heißt das: Erhöhe deine Preise im November nicht kurz vor der Aktion, und prüfe, welchen Vergleichspreis dein Shop-Template neben dem Sonderpreis anzeigt. Reine B2B-Shops sind von der Regel nicht betroffen, weil sie nur für Preise gegenüber Verbrauchern gilt.
Checkliste für die Black Week
| Wann | Was |
|---|---|
| Bis Mitte November | Aktionsartikel auswählen, Preise mit dem 30-Tage-Tiefstpreis abgleichen |
| Bis 20. November | Sonderpreise mit Start und Ende anlegen, Shop-Abgleich machen |
| Bis 25. November | Übersicht Artikel > Sonderpreise prüfen, Testbestellung mit Testartikel |
| 27. November morgens | Stichprobe im Shop und auf den Marktplätzen |
| 1. Dezember | Prüfen, ob alle Aktionspreise wieder beendet sind |
Damit im Weihnachtsgeschäft auch der Versand mitkommt, zeigen wir in einem weiteren Tutorial, wie du die Versandart automatisch nach Gewicht setzt.
Wir richten es für dich ein
Wir planen deine Aktionspreise in JTL ERP, prüfen kundenindividuelle Preise und Shop-Abgleich und bauen auf Wunsch Workflows, die dich warnen, wenn ein Aktionspreis nicht greift. Für Fragen zu Preisangaben und Rechtstexten empfehlen wir unseren Partner, die IT-Recht Kanzlei.
Dieser Beitrag zeigt die Einstellungen in JTL ERP und ersetzt keine Rechtsberatung.
Schreib uns, wenn deine Black-Friday-Preise sicher und pünktlich live gehen sollen.
