Gastbeitrag: Der Preis ist heiß: Sonderangebote und Aktionen im Internet

Der Preis ist heiß: Sonderangebote und Aktionen im Internet

In kaum einem Bereich sind die Differenzen zwischen Marketing-Abteilung und Juristen so groß, wie bei den Sonderangeboten. Während der Werber großes Potenzial in Werbeaktionen sieht, erhebt der Jurist den Zeigefinger.

 

„Trotz aller Gerüche und Farben, der Taschenrechner im Kopf bleibt immer aktiv. Die deutschen Konsumenten sind seit Jahren gleichbleibend preissensibel“, sagt Fred Hogen, Director Retailer Services bei Nielsen in Deutschland. Jeder zweite Konsument (53 Prozent) reagiert auf gestiegene Preise, indem er (im Lebensmittelbereich) verstärkt auf Sonderangebote und reduzierte Produkte achtet. Auch der Online-Handel erlebt eine Preisschlacht ohnegleichen, da der Kunde mit wenigen Klicks einen schnellen Preisvergleich des Marktes durchführen kann und so ebenso schnell bei der Konkurrenz landen kann.

 

Checkliste: Tipps für Händler im Preiskampf

Weil das Auge jedoch meist größer ist als der Geldbeutel, sehen Verbraucherschützer die unbedarften Konsumenten in der Gefahr. Sie könnten durch falsche Streichpreise oder bald endende Werbeaktionen unnötig in Kaufzwang geraten. Daher sind folgende Tipps zu beachten, wenn Händler die Rabattschlacht rechtssicher angehen wollen:

 

  • Zunächst ist festzulegen, ob es sich um eine zeitlich befristete Sonderaktion handelt und Produkte aus einer Kategorie nur vorübergehend reduziert wurden, sog. Sonderangebote.
  • Eine Preisreduzierung muss für den Kunden genau eingegrenzt werden und darf nicht über den zunächst bekannt gegebenen Zeitraum verlängert werden.
  • Sonderaktionen sind im Gegensatz dazu nicht verpflichtend zeitlich zu begrenzen. Der Händler, der sein Lager leeren will, muss sich natürlich nicht von vornherein auf einen zeitlichen Rahmen festlegen.
  • Der Händler sollte alle Aktions-Artikel in einer entsprechend großen Menge bevorraten und für den Kaufansturm gewappnet sein.
  • Wird ein früherer Preis durchgestrichen und durch einen neuen, niedrigeren Preis ersetzt, muss dieser auch ernsthaft verlangt worden sein (keine Mondpreise).
  • Wird der Kunde über bereits laufende oder anstehende Sonder- oder Rabattaktionen per Mail informiert, liegt ein klassischer Fall von E-Mail-Werbung vor. Hierin muss der Empfänger vorher eingewilligt haben. Auch Bestandskunden dürfen nicht einfach angeschrieben werden.
  • Wer Rabattcodes einsetzt, muss den Kunden informieren:
  1. welche Höhe der Gutschein-Code hat (z.B. „20 Prozent auf alle reduzierten Artikel“),
  2. in welchem Zeitraum der Rabatt eingelöst werden kann,
  3. ob es spezielle Modalitäten zum Einlösen des Rabattes gibt (z.B. „Einlösbar ab einem Warenkorbwert von 50 Euro“).

 

Schnäppchenschlacht vor Weihnachten: Black Friday und Cyber Monday

Der Black Friday 2017 fällt in diesem Jahr auf den 24. November 2017, der Cyber Monday auf den 27. November 2017. Händler, die sich dieses Jahr an dieser Rabattaktion beteiligen wollen, müssen jedoch wieder einmal die Kehrseite der Medaille beachten. Zumindest für den Begriff „Black Friday“ wurde eine Marke eingetragen. Online-Händler sollten von der Bezeichnung „Black Friday“ daher Abstand nehmen, wenn sie von der Markeninhaberin oder Lizenznehmerin keine eigene kostenpflichtige Lizenz erworben haben. In der vergangenen Saison sollen bereits einige Händler ohne eine solche Lizenz abgestraft worden sein.

 

Der Händlerbund hilft!

Rabattaktionen oder Sonderangebote können ein Magnet für neue und bisher unentschlossene Kunden sein. Gleichzeitig ruft sie die Konkurrenz auf den Plan. Damit die in die Aktion hineingesteckte Mühe nicht durch eine teure Abmahnung nutzlos war, hilft der Händlerbund schon im Vorhinein.

 

Der Händlerbund steht Online-Händlern  bei juristischen Fragen rund um ihren Online-Handel als kompetenter Partner zur Seite. Wenn Sie sich als Kunde der Shopküche für die umfangreichen Rechtsdienstleistungen des Händlerbundes entscheiden, erhalten Sie mit dem Rabattcode P1026#2017 einen Nachlass von 2 Monaten auf das Mitgliedschaftspaket Ihrer Wahl im ersten Jahr. Jetzt informieren!

 

Über die Autorin

Yvonne Bachmann ist seit 2013 als Rechtsanwältin für den Händlerbund tätig. Dort berät sie Online-Händler in Rechtsfragen und berichtet auf dem Infoportal OnlinehändlerNews regelmäßig zu Rechtsthemen, welche die E-Commerce-Branche bewegen.

Außerdem ist sie eine bundesweit gefragte Referentin, Interviewpartnerin und Gastautorin.

 

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